Missionen

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Missionen


Sebastian Gronbach zeigt, dass Spiritualität nicht nur sanft, friedlich und lieb, sondern auch hart und kämpferisch sein kann – sein will. Und er ist überzeugt davon, dass es Missionen gibt, und zwar für jeden von uns. Wann aber beginnt eine solche Mission? Sebastian Gronbach erzählt provokativ und authentisch von seiner Mission, die ohne den Leser nicht vollendet werden kann. Wir haben uns daran gewöhnt, dass Spiritualität sanft, ganzheitlich und tolerant ist. Sebastian Gronbach tritt anders auf. Hart, manchmal auch einseitig und verletzend. Er hat gute Gründe für seine Provokationen und stellt sich als Anthroposoph mitten in die Zeit und verkündet fröhlich und authentisch ein anderes Steiner-Bild. Seine erste Quelle sind seine eigenen Erfahrungen und daher berichtet er über die dunkeln Seiten genauso schonungslos, wie er über spirituelle Transformation spricht. Biografische Erlebnisse verbindet er mit seelischen Phänomenen und erzählt von seinen Schatten, seinem Leuchten und: von seiner Mission – weil er will, dass auch die Leserinnen und Leser zu ihrer Mission finden. Weil er sich danach sehnt, dass sich Missionen vereinen. Und so hat er ein Buch geschrieben, das jeden auffordert, Position zu beziehen. »Wann beginnt die Mission eines Menschen? Ich denke es hat mit Erwachen zu tun. Meine Mission jedenfalls begann mit einem Erwachen und wer meint, erwachen ist immer schön und hell, der schläft noch tief und fest. Alles Egoistische besteht aus Angst. Es hat Angst, das wir es erkennen als das, was es ist: Eine ausgewachsene, von uns erschaffene, hässliche und teuflische Ausrede, die uns daran hindert, unsere selbstgeschaffene Mission zu erfüllen: Gott die Hand zu reichen und die Erde zu einem Stern zu machen. Unser eigenes Prinzip Hoffnung zu erfüllen, denn die wirkliche Genesis ist nicht am Anfang der Schöpfung, sondern an ihrem Ende – also JETZT.« (Vlg.)

In diesem Buch geht es nicht nur um Sebastian Gronbachs Sendungsbewusstsein, sondern um den „gottgewollten, ernsthaften Auftrag“, den jeder, nach Gronbach zumindest der Leser dieses Buches, hat und in sich finden kann. Die Mission des Menschen beginne mit der bewussten Entscheidung, die dem Bösen entgegensteht. Diese Entschlusskraft entscheide über die Zukunft des Menschen. Gronbachs Gedankengänge führen hin bis zu seinem Gottesbegriff. – Eine Inhaltsangabe kann den Wert dieses Buches nicht vermitteln: Gronbach rekurriert auf spirituelle Autoren und Lehrer der Gegenwart, was allerdings gelegentlich an Eklektizismus grenzt, und baut Sensationsmeldungen in seine logische, erfrischend unkonventionelle Argumentation ein. Vor allem aber ist er ein grandioser Übersetzer Steiners. Er stellt Selbsterlebtes oft auf verblüffende Weise in den spirituell-philosophischen Zusammenhang der Anthroposophie. Der Autor erschafft eine vertrauensvolle Beziehung zum Leser, der dessen gedanklichen Aufstieg überwältigend nah miterlebt. Sebastian Gronbach ist ein flexibler Denker, der Widersprüche in lebendige Verhältnisse zu setzen weiß und ein schnelles Urteil in eine weiterführende Überlegung wenden kann. Sein Pathos – auch das gehört zum Missionieren – neigt stellenweise zur Polemik gegen Menschen, die die Kraft zur Selbstentwicklung nicht aufbringen wollen oder können. Weil wir alle eine Schwäche haben für Entschlossenheit und Umsetzungskraft und diese Passagen seltsam müde wirken, neige ich angesichts dieser Zuspitzungen zur Nachsicht. „Missionen“ ist ein Bekenntnis zur Anthroposophie, ein spiritueller Erfahrungsbericht und eine dialogische Standortbestimmung – sehr gut geschrieben, wach, freundlich, eloquent, glaubwürdig und unterhaltsam. Das ist „authentisch(es) Philosophieren“, auf der Höhe des eigenen charakterlichen Vermögens – nicht darüber hinaus, wie er es historischen Geistesgrößen konstatiert. Ein Buch, das eine Orientierung über Gegenwartsbewusstsein vermittelt; ein Inspirationsquell. Unbedingt lesen! (Simone Lambert)

Sebastian Gronbach: Missionen
Geist bewegt - alles. Mit einem Nachwort von Jelle van der Meulen
Verlag: Freies Geistesleben, 1. Auflage 2008, 244 Seiten, ISBN10: 3-772-52077-4 / ISBN13: 978-3-772520-77-8


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